Übers Normal-Sein

Bloggerin: Oceana

Kürzlich lief im TV mal wieder seit langem Forrest Gump. Ein Film, der mich schon in meinen jüngeren Jahren sehr fasziniert hat, da er die Frage aufwirft: Was ist normal und wer hat zu entscheiden, was oder wer normal ist? Darf das überhaupt ein Mensch?
 
Meine persönliche Ansicht dazu ist folgende: Da wir alle «nur» Menschen sind, haben wir auch nicht zu entscheiden, wer normal ist und wer nicht. Jeder ist auf seine individuelle Art normal. Ausserdem ist nichts auf der Welt perfekt, was wiederum dazu führt, dass wir «normal» nicht definieren können. Letztens habe ich einen Fragebogen der AHV gesehen, der jede Menge Fragen enthielt, die aber nichts über die befragte Person aussagten. Was ist normal für eine 80-jährige Frau? Kann sie noch die Kaffeekanne aus eigener Kraft hochheben? Wenn nein, zu was für einem Schluss kommt man dann? Fragen über Fragen, für die es keine messbare Skala gibt. Und doch, nach irgendwelchen Richtlinien muss man ja entscheiden... ich bin im Allgemeinen für mehr Menschlichkeit und Verständnis in solchen Dingen als für übereilten Bürokratismus. Wer möchte schon nach einem Fragebogen beurteilt werden? Klar braucht es um vieles mehr Zeit, sich eingehend mit einem Menschen zu beschäftigen als schnell drei Kreuze irgendwo zu machen, das leuchtet ein. Aber sind wir dafür nicht Menschen, um eben das nicht zu tun?
 
Ein Mensch ist viel mehr als Fragen auf einem Fragebogen und erst recht viel mehr als die Punkte auf einer Skala «Normalität». Deshalb appelliere ich an meine Mitmenschen da draussen: Verurteilt nicht einfach, was ihr seht, versucht, zu verstehen. Es ist eine tägliche Herausforderung, aber es bringt einem so viel mehr Menschlichkeit, auch ins eigene Leben!
 
04. Oktober 2014 Politik 0
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