Von Frau Zanetti und anderen Zimmerbewohnerinnen


Bloggerin: Oceana


«Entschuldigen Sie, liegt hier eine Frau Zanetti?» Etwas verzweifelt dreinblickend guckte ein Arzt um die Ecke des Krankenhauszimmers. Er war innert drei Tagen  bereits das dritte Mal  in unserem Spitalzimmer und suchte dieselbe Patientin, die aber nicht in unserem Zimmer lag. Ich antwortete mit einem Lächeln: «Nein, leider immer noch nicht.» Als die Tür, begleitet von einem entschuldigenden Blick des Arztes in die Runde, wieder zuging, schauten meine Mitbewohnerinnen und ich uns an und mussten lachen.

Wegen eines MS-Schubes musste ich ein paar Tage im Krankenhaus verbringen, da mir das Laufen wegen der extremen Spastik schwerfiel. Um die Zeit totzuschlagen, die man ja im Krankenhaus zur Genüge hat, unterhielten wir drei Frauen uns über alles Mögliche. Das ging von süssen Katzenfotos über Männer, die sich nur Cervelatsalat zuzubereiten trauen und sonst in der Küche lieber der Frau das Feld überlassen bis hin zur Motorschiene nach einer Knie-OP der Mitbewohnerin, die seltsame Winkelangaben von sich gab (E176). Ob es nun eine Fehlermeldung des Gerätes war, worum es sich bei der rätselhaften Angabe auf dem Display handelte, werden wir wohl nie erfahren, denn selbst die Krankenschwestern waren ratlos.

Dieser Krankenhausaufenthalt war jedenfalls einer der kurzweiligsten, den ich hatte. Und das vor allem dank der netten Ärzte und Krankenschwestern sowie der zwei Mitbewohnerinnen, die die Kortison-Strapaze mit ihrer Freundlichkeit und ihrem Humor etwas erträglicher machten.



01. Februar 2015 Selbst erlebt 0
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